Im Alltagsleben steht der neue (und alte) Beaglebesitzer in Situationen, wo überlegen muss, was zu tun istob man zum Tierarzt rennen muss? Ist das ein Notfall? Was tun wenn der Hund auf einmal krank wirkt?

Hier ein paar Ratschläge – die ersetzen NICHT den Tierarzt, im Zweifelfall oder bei Unsicherheit rate deshalb dazu, mit den eigenen Tierarzt zu konsultieren!

Was gehört in jede Hausapotheke für Hunde?
Zeckenzange, Fieberthermometer (am besten digital), Schere mit abgerundeten Spitzen, Pinzette, Wundauflagen, Polsterwatte, Mullbinden, Desinfektionsmittel, Leukoplast, Kohletabletten, Zecken- und Mückenschutz, Ohrenlotion

eventuell: Kochsalzlösung, Pfotenschoner, Taschenlampe, Kalcium, Schmerzmittel (vom Tierarzt)

Bevor man zum Tierarzt rennt, die folgene “Notfalluntersuchungen” soll man selbst durchführen:

Atmung: Die normale Atemfrequenz beträgt 10-40 Atemzüge/Minute bei regelmäßigem Rhythmus und ist vom Typus her eine sog. Brustatmung.

Bewusstsein: Ist der Hund ansprechbar?

Kreislauf: Puls: Zur Messung des Pulses mit den Fingerspitzen die innere Oberfläche des Oberschenkels direkt unter dem Hüftgelenk.

Herzfrequenz: 80-120 Schläge/Minute, kleine Hunde: 100-170 Schläge/Minute, Welpen bis 220 Schläge/Minute. Eine erhöhte Pulsfrequenz findet man bei Stress, Fieber, Blutverlust, Herzerkrankungen, während eine verringerte Pulsfrequenz auf eine Vergiftung, ein Schädel-Hirntrauma oder Unterkühlung schließen lässt.

Kapillarfüllungszeit: Wenn man 1-2 Sekunden fest auf die Lefzenschleimhaut drückt und dann loslässt, verfärbt sich die Schleimhaut in 1-2 Sekunden wieder von weiß auf rosa. Die Kapillarfüllungszeit ist erhöht bei Schock (da die peripheren Gefäße verengt sind), Schmerzen oder Vergiftungen.

Schleimhautfarbe: Die Schleimhäute sind normalerweise blass rosa. Bei Schock, Schmerzen, Blutverlust und Anämie werden die Schleimhäute weiß, bei Blutvergiftung, Hitzschlag werden sie rot.

Fiebermessen erfolgt rektal, wobei die Körpertemperatur normalerweise 38,3-39°C beträgt.

Symptomen Maßnahmen
Augenprobleme:

Halbgeschlossenes oder geschlossenes Auge; Lichtscheue; Lidschwellung; extrem starke Rotfärbung der Bindehaut; Fremdkörper

Augenpflege:

Auswischen der Augenwinkel am Morgen, am besten ein nicht fusselndes, feuchtes Tuch.  Beagle neigen zu tränenden Augen, da in ihrer Augenhöhe viel Staub umherfliegt, oder im Wind und Kälte.

  • Verringerung des Lichteinfalls
  • kalte Bausche mit Wasser/Eisbeutel
  • bei Fremdkörper den Tierarzt aufsuchen
Durchfall:
Entleerung von wässrigem Kot; gelbbraun bis blutig, vermehrter Kotabsatz

Im Winter neigen viele Beagles dazu Schnee zu fressen, und trinken von Eiswasser. Im Frühling/Sommer fressen die tlw. Gras. Beides kann Durchfall verursachen – in dem Fall einfach Fasten lassen und Diätfutter geben.

  • fasten – d.H KEIN Futter
  • als Flüssigkeit leichten russischen Tee oder Kamillentee/Käsepappeltee  anbieten
  • warm halten
  • beim blutigen Durchfall Tierarzt aufsuchen (auch wenn Ursache oft “nur” durch den Qual des Kotabsetzens ein geplatzter kleiner Blutgefäss ist)
  • sonst nach 24 Std Fasten gekochten Reis+Huhn anbieten
  • Kohlentablette und Magenschutzmittel (vom Tierarzt) geben
Bissverletzung:
Oft nur kleine Wunden, die die Haut durchdringen, aber starke Abhebungen in der Unterhaut, erhöhte Infektionsgefahr durch Eindringen von Bakterien; tiefe Fleischwunden, starke Blutung, Knochenverletzungen

Wenn ein Beagle Opfer einer Raufferei ist, kriegt meistens Kratzer-Bissverletzungen an den Ohren: Ohrenverletzungen bluten extrem stark, sind aber meistens nach eine Desinfektion in paar Minuten wieder in Ordnung.

  • wegen der starken bakteriellen Infektion von Bisswunden ALLE Wunden desinfizieren!
  • sauberer, nicht einschnürender Verband bei blutenden Wunden und offenen Knochenverletzungen
  • keine Gummiringe verwenden
  • bei tiefen Verletzungen, Venenverletzungen unbedingt Tierarzt aufsuchen!
Erbrechen:
Würgebewegungen, Entleerung von Futter und Schleim oder weißem Schaum aus dem Maul; heftige Pfotenbewegungen zum Maul

Im Winter neigen viele Beagles dazu Schnee zu fressen, und trinken von Eiswasser. Im Frühling/Sommer fressen die tlw. Gras. Beides kann Erbrechen verursachen – in dem Fall einfach Fasten lassen und Diätfutter geben.

  • Nahrung und Flüssigkeit entziehen
  • bei wiederholtem, heftigem Erbrechen: Verdacht auf Fremdkörper, Entzündung oder Infektionskrankheit
  • wenn dann entleeren den Mageninhalt der Hund binnen 2-3 Stunden nicht wieder in Ordnung ist Tierarzt aufsuchen!
Insektenstiche:
Schwellungen an den Lippen und im Kopfbereich, Nesselausschlag (runde Schwellungen der Haut)
  • Stachel entfernen
  • Gifteindringstelle kühlen
  • Erstickungsgefahr bei Stichen im Maulbreich – Tierarzt aufsuchen!
  • Calcium geben
Ohrenschmerzen:
Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten; plötzliches Kopfschütteln spricht für das Eindringen einer Getreidegranne; bei heissen Ohren, dunkelbraunige Masse, faules Geruch: verdacht auf Ohrenentzündung!

Ohrenpflege:

Die Ohrenpflege hängender ist etwas umfangreicher. Der Gehörgang des Hundes verläuft abgewinkelt. Schon dadurch ist die Belüftung des Innenohres etwas erschwert. Wird der Gehörgang zusätzlich durch das Ohr abgedeckt, leistet die schlechtere Belüftung der Ansiedlung von Bakterien und Pilzen Vorschub.

Vorbeugend reinigt man das Ohrinnere vorsichtig mit einem Läppchen und Ohrentropfen bzw. Ohrpflegelotion für Hunde. Verwendet bitte keine Wattestäbche.

Mit den meisten Pflegelotionen kann man leicht die Regionen des Ohres reinigen, die problemlos mit Finger und Lappen erreichbar sind. Schmutz und Ohrenschmalz werden sich damit leichter lösen.

  • äußeres Ohr reinigen
  • nicht in den Gehörgang eindringen, da Grannen (”Schliefhansl”) durch Schüttelbewegungen tiefer eindringen – daher sofort zum Tierarzt!
  • bei Verdacht auf Ohrenentzündung den Tierarzt aufsuchen!
Sonnenstich, Hitzschlag:
Starkes Hecheln; Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit
  • für rasche Abkühlung sorgen (in den Schatten legen, mit kaltem Wasser abspülen, aber nicht übergießen, zuerst die Extremitäten kühlen)
  • nasse Umschläge
  • kleine Schlucke Wasser einflößen
  • unbedingt Tierarzt aufsuchen!
Vergiftung:
Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Blutungen aus den Körperhöhlen
  • wenn möglich Feststellung des Giftes (zerbissene Arzneipackungen aufheben)
  • umgehend den Tierarzt aufsuchen
  • Tierkohle eingeben, wenn Tierarzt nicht sofort erreichbar
  • niemals Milch und NIE Erbrechen auslösen
Zeckenbiss:
Festgesaugtes Insekt, Rötung der Biss-Stelle
  • mit dem Finger/Zeckenzange kreisförmig den Zeckenkörper bewegen, bis er abfällt
  • mit Alkohol abtupfen
  • Biss-Stelle beobachten
  • beim rot-grünbrauner Harn SOFORT zum Tierarzt!